

Mirtos zur Zeit der Minoer
Die Minoer waren in der Region von Mirtos vom Anfang bis zum Ende der Bronzezeit. Menschen (die erst viel später die Minoer genannt wurden) kamen vor 3000 v.Chr nach Mirtos . Es waren Bauern und sie brachten Kühe, Schafe, Schweine und Ziegen mit. Es war die Jungsteinzeit und all ihre Werkzeuge waren aus Stein gefertigt. Um 2800 v.Chr. gab es zwei kleine Siedlungen. Die eine ist bekannt als der Hügel von Pyrgos, direkt oberhalb des Dorfeingangs. Die zweite liegt ungefähr einen Kilometer östlich auf dem Hügel Fournou Korifi. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt begann man Bronze auf Kreta zu verwenden. Es wurde aus dem nahen Osten geliefert. In Pyrgos und Fournou Korifi hatte man zur Zeit der minoischen Bronzezeit sowohl Stein als auch Bronze in Benutzung.
Fournou Korifi
Bei den Ausgrabungen von Fournou Korifi fanden die Archäologen folgendes:
• Werkzeuge aus Stein
• Werkzeuge aus Bronze
• Die Bewohner hatten Weinstöcke und machten Wein
• Spuren von Olivenöl weisen auf Öl für 100 Personen hin
• Sie waren Töpfer
• Sie waren Weber und stellten Kleidung her
• Die aus Ton hergestellte Figur einer Göttin wurde in einem der Räume gefunden
• Beweise von Handelsbeziehungen mit anderen Gemeinschaften, sowohl in der näheren Umgebung als auch mit anderen Ländern.
Nach 400 Jahren wurde die Siedlung von einem Feuer zerstört. Die Bewohner liessen alles was sie gerade benutzten liegen und stehen um sich zu retten. Sie kehrten nie mehr zurück. Deswegen ist Fournou Korifi eines der besten Beispiele wie die Menschen am Anfang der Bronzezeit gelebt haben. Die ausgegrabenen Mauerreste sind vor Ort zu besichtigen. Im Museum von Mirtos befindet sich ein masstabgetreues Modell von Fournou Korifi.
Pyrgos
Die Siedlung Pyrgos wurde nicht zerstört. Sie wuchs während zwei Palastzeiten für die nächsten 1350 Jahre lang. Ein grosses schönes Haus im Stil eines Palastes gebaut zeugt von dem damaligen Wohlstand der Siedlung. Die Zerstörung kam 1450 v.Chr. wie überall auf der Insel. Man glaubt dass die Explosion des Vulkanes Thera auf Santorini der Grund war und das Ende der Palastzeiten einleitete. Die Überreste des Herrenhauses sind auf dem Hügel Pyrgos noch zu erkennen.
©John Atkinson
Türkische Zeit
Um 1647 trafen die osmanischen Türken im Gebiet von Mirtos ein. Sie zerstörten das Dorf vollständig und töteten alle Menschen, die sie vorfanden. Während der gesamten Zeit der türkischen Besatzung blieb die Region Mirtos unbewohnt, und die wenigen Überlebenden zogen in benachbarte Dörfer. Erst um 1880 begannen die Menschen wieder in die Region zurückzukehren. Langsam kam der Handel in Mirtos wieder in Schwung und es wurden einige neue Lagerhäuser und Wohnhäuser gebaut. Die ersten Rückkehrer in Mirtos waren Kaufleute. Später schlossen sich ihnen weitere Menschen aus der Siedlung Agios Vasilios und den umliegenden Dörfern wie Gdohia an. Allmählich verwandelte sich das Dorf in ein Handelszentrum. Alle lokalen Produkte aus dem Landesinneren (Öl, Johannisbrot, Kohle usw.) wurden zum damaligen Hafen (Karavostasi) im Westen der Bucht gebracht, um nach Ierapetra verschifft zu werden. Von dort aus wurden die Waren zu in- und ausländischen Zielen transportiert. Bis 1896 hatten sich elf Familien in Mirtos niedergelassen. Bei der Volkszählung von 1920 hatte Mirtos eine Bevölkerung von 237 Einwohnern und 1940 von 397. Neben dem Handel war die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle in Mirtos. Die Hauptprodukte waren Öl, Johannisbrot und Getreide. Erst 1917 wurde der erste Rebstock gepflanzt.


